Jeder Druckprozess kann als Vereinfachung und preisgünstige Vervielfältigung einer sonst manuell ausgeführten gestalterischen Arbeit betrachtet werden. Das Bedrucken von Textilien dürfte geschichtlich gesehen sicher eine preisgünstigere Variante von Dekorationstechniken wie Bemalen, Sticken oder Batik angesehen werden.

Übersicht Druckverfahren
Die folgende Übersicht 1 soll als Einführung in das Gebiet des Textildrucks ("Zeugdruck") dienen. Es lassen sich hier grundsätzlich vier Druckverfahren unterscheiden:

Hochdruck (die druckenden Stellen sind erhöht, wie bei einem Stempel)
Tiefdruck (die druckenden Stellen sind vertieft, wie bei einem Kupferstich)
Durchdruck (die druckenden Stellen sind farbdurchlässig, wie beim Siebdruck)
Digitaldruck (Druck ab Daten mit Ink-Jet oder fotokopierähnlichen Transferverfahren)

Sie werden als wichtigte Verfahren auch in der grafischen Druckindustrie eingesetzt (der Offsetdruck - Flachdruck - ist dabei das bedeutenste grafische Druckverfahren). Die obige Auflistung entspricht in ihrer Reihenfolge auch inetwa der geschichtlichen Entwicklung, wobei der Textildruck mit Schablonen zusammen mit dem Hochdruck sehr früh angewendet wurde. Heute hat der Hochdruck - im Bereich des Textildrucks - keine Bedeutung mehr. Wirtschaftlich bedeutsam sind der Siebdruck und der Tiefdruck (Rouleaux-Druck), heute zunehmend auch der Digitaldruck. Um 1985 hatten die Verfahren die folgenden Marktanteile: Rouleaux-Druck: 20%. Rotationssiebdruck: 65%. Flachbettsiebdruck: 15% (Anton Rudolf Czerny, "Textilforum", 3/85).

Drucktechniken
Das Textil kann dabei mit den oben genannten Druckverfahren auf die folgenden Arten dekoriert werden: 2

Direktdruck (die Druckfarbe wird direkt mit der Druckform auf das Textil aufgedruckt)
Reservedruck (das Motiv wird wird mit einer Paste aufgedruckt, die verhindert, dass beim anschliessenden Färben des Stoffs das Motiv ebenfalls eingefärbt wird. Nach dem Färben des Stoffs wird die Paste wieder aus dem Stoff entfernt (Batik-Technik).
Ätzdruck (bei gefärbten Stoffen ätzt eine spezielle Druckfarbe an den Druckstellen die meist bunte oder dunkle Stofffarbe weg und ersetzt die betroffenen Stellen durch die eigene Farbe)
Transferdruck (bei dieser jüngsten Technik wird das Motiv zuerst auf ein Papier o.ä. gedruckt. Danach wird das bedruckte Papier - z.B. duch Aufbügeln - auf das Textil übertragen)

Die grösste Bedeutung hat der Direktdruck. Das direkte Bedrucken erfordert nur einen einzigen Arbeitsgang und bewirkt ein gutes Eindringen der Druckfarbe ins Textil. Der Transferdruck wird dort angewendet, wo hohe Motivfeinheiten (z.B. Raster) auf das Textil übertragen werden müssen, da ein glattes Papier eine schärfere Druckqualität ergibt, als ein raues Textil. Bei konfektionierten Textilartikeln (Taschen, Mützen etc.) lassen sich ein- oder mehrfarbige Motive manchmal leichter als Transferbild aufbringen, als im Direktdruck. Das Übertragen des Transferbildes erfordert allerdings einen zusätzlichen Arbeitsaufwand.

Ätzdrucke werden heute nur in speziellen Bereichen eingesetzt, vor allem auf dunkle (schwarze) oder stark bunte Textilien. Stoffe mit weg geätzten Druckmotiven können überdehnt werden, ohne dass sich dabei Risse im Druckmotiv bilden, was zum Beispiel bei Polstermöbelstoffen erwünscht ist.

Der Reservedruck - eine Art Batiktechnik - war Jahrhunderte lang im "Blaudruck" und bei den japanischen Schablonendrucken eine äusserst wichtige Technik, um Textilien zu dekorieren. Heute hat diese Art des Druckens und Färbens keine wirtschaftliche Bedeutung mehr.

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